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20.06.2010 Startseite, Sexueller Kindesmissbrauch

Sexueller Missbrauch: Wie machen wir unsere Institution zu einer "sicheren Institution"?

Thesenpapier von Annette Haardt-Becker  zur Vorstandsklausur der Katholischen Elternschaft Deutschlands am 20.06.2010 in Würzburg


1. Einrichtungskonzept:

Überprüfen:

Wie wird die Haltung der Einrichtung zum Thema "(se xuelle) Grenzverletzung/ Gewalt benannt?

a) im Schulprogramm, (adäquat für Kindergarten und Hort)

b) in den ethischen Leitlinien

In welchen Gremien kann darüber diskutiert werden?

2. Kenntnisstand: Fortbildung von Mitarbeiter/Innen

Welcher Fortbildungsstand existiert im Team/Kollegium?

a) Team-/Kollegiumsinterne Fortbildung/Informationsveranstaltung:

Basisinformationen für alle

b) Vertiefte Kenntnisse für 3 Mitarbeiter/innen in jeder Einrichtung:
Entwicklung eines Fortbildungsprogramms:

Einmal monatlich über ein Halbjahr externe Fortbild ung zu allen Bereiche des Themas sexualisierte Gewalt: Pro Einrichtung sollte n mindestens drei Kolleg/innen diese Schulung zeitlich unabhängig voneinander durc hlaufen.

Inhalt:

Zahlen, Daten, Fakten
Täterstrategien
Dynamik der Tat
Die Situation der Opfer (Geschlecht, Alter, Migrati onshintergrund)
Interventionen (Schritte innerhalb und außerhalb de r Einrichtung)
Sexualisierte Übergriffe unter Kindern/Jugendlichen
Sexualisierte Übergriffe mittels Digitale Medien
Prävention
Eigene Haltung/Selbstreflexion
Kooperation/Vernetzung
Nachsorge

3. Prävention

Sichtung der Curricula:

In welchen Fächern wird wie auf das Thema eingegang en? Prävention altersgerecht und eingebunden in den Leh rplan Prävention im Rahmen von Projekten

  • Theaterstücke
  • Selbstbehauptungskurse
  • Peer Education
  • Ausbildung

Gleiche Fragestellung bei Kindergarten/Hort:
In welchen Situationen wird auf Prävention eingegangen?

Inhalte:

Schöne und blöde Gefühle
Angenehme und unangenehme Berührungen
Mein Körper (Körperteile benennen – Wer darf mich w o wie berühren?
Werteorientierte Sexualaufklärung (Sachlich richtige Bezeichnung der Geschlechtsteile)
Nein - Sagen (Berührungen, die ich nicht mag, darf ich ablehnen.)
Geheimnis (Geheimnisse, die mir ein blödes Gefühl machen, darf ich erzählen, auch wenn ich versprochen habe, sie für mich zu behalten .)
Hilfe holen (Es gibt Situationen, in denen ich Hilfe brauche, wer kann mir helfen?)

4. Elternabende/Elterninformationsveranstaltungen

Zahlen, Daten, Fakten, Täterstrategien, Vorbeugung, Erziehungshaltung, (Bilder-) Bücher, Anlaufstellen…Informationen über Veranstal tungen in der Einrichtung, Konsens über Sexualaufklärung…

5. Kooperation nach außen

Freistellung einer Mitarbeiterin zur Teilnahme an regionalen Netzwerken, zwecks Austauschs.

6. Supervision

7. Bescherdemanagement implementieren

Benennung von Ansprechpartner/innen für Schüler/inn en und Lehrer/innenErzieher/innen: Intern und extern.

8. Leitungsebene

  • Wie wird im Rahmen des Einstellungsverfahrens auf das Thema "sexualisierte Grenzverletzung/ sexualisierte Gewalt" eingegangen?
  • Beschwerdeverfahren festlegen und transparent machen.
  • Verfahren bei Verdacht aus den eigenen Reihen
  • Wie kann ich eine Politik der offenen Türen implementieren

Wie schaffe ich eine Atmosphäre, in der neben der Fachlichkeit auch der "atmosphärische" Umgang miteinander

a) auf der Ebene der Kolleg/innen
b) auf der der Ebene Teams/Kollege/in/Schüler/in
c) auf der Ebene Schüler/in /Schüler/in
d) auf der Ebene Kollegium/Team/Eltern

besprechbar wird?

Der Leitungsebene kommt bei der Implementierung von Prävention/ Leitbildgestaltung und Intervention die entscheidende Rolle zu!

Eltern sollten darüber informiert sein, welche Mögl ichkeiten die Einrichtungen haben, proaktiv mit dem Thema "sexualisierte Gewalt" um zugehen. Mit diesem Wissen sollten sie an die jeweiligen Einrichtungen (Leitungen) herantreten.

Annette Haardt-Becker
Diplom-Pädagogin
Supervisorin DGSv
Projektleitung
Innocence in Danger e.V.
Grolmanstr. 59
50825 Köln
0221-5898786 oder 0221-2484553
www.innocenceindanger.de
ahb@innocenceindanger.de


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