Inklusive Bildung
"Mit Behinderungen sein Leben zu führen, hat eine eigene Sinnhaftigkeit. Für die Mehrzahl der Menschen relativiert es die gewohnten Maßstäbe des Sinnvollen und Nichtsinnvollen. Nichtbehinderte Menschen erkennen, dass es möglich ist, sinnvoll zu leben – bei allem Anderssein. Festgefahrene und verengte Bilder von dem, was geglücktes, wahrhaft gelingendes Leben ist, werden aufgebrochen. Sie entdecken am Anderen neue Möglichkeiten, mit den Begrenztheiten auch des eigenen Lebens sinnvoll umzugehen. Sie lernen einen respektvollen Umgang mit Verschiedenheiten, ohne immer wieder die alten Muster von besser oder schlechter zu bemühen. Sie lernen, Ängste vor dem Unbekannten und Befremdlichen abzubauen. Sie lernen eine Menschlichkeit, die für vieles Platz hat. So besehen, sind Menschen mit Behinderungen 'besondere Autoritäten' für einen Reichtum sinnerfüllten, gelingenden Lebens, der sich in keinem festgefügten Bild fixieren lässt. Papst Johannes Paul II. selbst bezeichnet Menschen mit Behinderungen als 'besondere Zeugen der Nähe Gottes', von denen wir viel lernen können (...)"
aus: "unBehindert Leben und Glauben teilen. Wort der deutschen Bischöfe zur Situation der Menschen mit Behinderungen", Bonn 2003.
Mehr zum Thema "Inklusive Bildung"
Im Artikel 24 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verpflichten sich die Teilnehmerstaaten, ein inklusives Bildungssystem zu gewährleisten.
Am 26. März 2009 ist die Konvention in Deutschland in Kraft getreten.
Inklusive Bildung kennt keine behinderten Kinder, sondern nur Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten. Sie betrachtet die Verschiedenheit der Kinder als Chance und Bereichung. Im inklusiven Bildungswesen gilt es, diese Verschiedenheiten zu erkennen und hierfür individuelle Lern- und Förderangebote zu entwickeln. Inklusive Bildung findet statt in heterogenen Lerngruppen, in denen die Schüler individuell gefördert werden und voneinander lernen. Die Konsequenz ist ein Abbau – nicht unbedingt die Abschaffung - des Förderschulsystems und eine deutliche Erhöhung der Inklusionsrate in allen Schulformen, auch in den Gymnasien.
UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen
Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte behinderter Menschen - Vertragstext in deutscher Sprache
Schattenübersetzung - Alternative deutsche Fassung des Vereins Netzwerk Artikel 3 für Menschenrechte und Gleichstellung Behinderter e.V.
Offizielle Informationsplattform der United Nations - mit Download der Konvention in den Vertrags-Sprachen
Informationsplattformen
Deutsche UNESCO-Kommission: Inklusive Bildung
Deutsches Institut für Menschenrechte
Bundeszentrale für politische Bildung
KED und Inklusion
KED-Bundeskongress: "Ungehindert in jede Schule. Wie kann die UN-Konvention für Menschen mit Behinderung umgesetzt werden?" – vom 01. – 03. April 2011 in Freising. Dokumentation
Diskussionspapier zur inklusiven Bildung
"Inklusive Bildung – eine Herausforderung auch für katholische Schulen in freier Trägerschaft?!" Workshop veranstaltet durch KSI, AKS, KOLEISCHA und Caritas vom 17. – 18. Dezember 2010 in Bad Honnef. Bericht von Marie-Theres Kastner und Elisabeth Brauckmann
"Behindert ist man nicht, behindert wird man" – doch kein guter Spruch? Beitrag von Judith Helfmann-Hundack (KED Schleswig-Holstein) in Elternforum 1-2011
Diskussionsveranstaltung zum Thema Inklusion des KED-Diözesanverbandes Osnabrück am 02.02.2011 im Kloster Oesede. Bericht der Diözesanvorsitzenden Gerda Fleddermann-Albes. Dazu: 17.02.2011 noz
Kirchliche Veröffentlichungen
Behinderung & Pastoral. Internes Forum zum Austausch von Erfahrungen und Informationen für hauptamtlich und ehrenamtlich Engagierte und Interessierte der Behindertenarbeit in Deutschland. Themenschwerpunkt: Behinderung und UN-Konvention. Arbeitsstelle Pastoral für Menschen mit Behinderung der Deutschen Bischofskonferenz Juli 2010
Selbstbestimmte Teilhabe für Kinder und Jugendliche mit Behinderung durch inklusive Bildung – Handlungsbedarf gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention – Diskussionspapier des Deutschen Caritasverbandes (2010)
Diözesan-Caritasverband Paderborn: "Handbuch Inklusion" mit praktischen Hinweisen für einen "normalen" Umgang mit Menschen mit Behinderung.
Wege zu einer inklusiven Bildung und Erziehung. Bericht von einer Fachtagung der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn und des Diözesan-Caritasverbandes im Januar 2011
Anlaufstellen / Ausschreibungen / Kampagnen
Deutsche Bischofskonferenz. Arbeitsstelle Pastoral für Menschen mit Behinderung
Bundesarbeitsgemeinschaft der Angehörigenvertretungen in Caritaseinrichtungen der Behindertenhilfe
Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
Expertenkreis "Inklusive Bildung" berät Kommunen und Regionen. Bildungsregionen können sich um Beratung bewerben.
Caritas Kampagne 2011 "Kein Mensch ist perfekt" will zeigen, dass Inklusion, also das gleichberechtigte Zusammenleben aller Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, möglich ist und bietet eine Internetplattform mit Informationen, Aktionen, Statements u.v.m.
Unter dem Motto "Gemeinsam lernen - mit und ohne Behinderung" zeichnet der "Jakob Muth-Preis für inklusive Schule" jährlich Schulen aus, in denen behinderte und nicht behinderte Kinder vorbildlich gemeinsam lernen. Projektträger sind der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, die Bertelsmann Stiftung und die Deutsche UNESCO-Kommission. Projektinformationen u.a. mit Porträts der bisherigen Preisträger.
Die Aktion Mensch startete am 1. April 2011 mit Förderungen, die die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention aktiv unterstützen. PM 15.02.2011 und Hintergrundinformationen aktion mensch
Der Deutsche Kinder- und Jugendhilfepreis 2012 steht diesmal unter dem Thema: Gemeinsam leben und lernen – Inklusion als Perspektive in der Kinder- und Jugendhilfe. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ vergibt dabei Preise in den Kategorien Praxis, Theorie und Wissenschaft sowie Medien. Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober 2011. Berwerbungsunterlagen
Politische Entwicklungen - Bund
Inklusion - Empfehlung der Kultusministerkonferenz zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen veröffentlicht. PM 17.02.2011 kmk
Resolution der 25. Jahrestagung der Integrations-/InklusionsforscherInnen, Adressaten: KMK, Verantwortliche und Parteien in Bund, Ländern und Kommunen, Bundesbeauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Februar 2011, Bremen
Stellungnahme der "Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention" zur Stellung der UN-Behindertenrechtskonvention innerhalb der deutschen Rechtsordnung und ihre Bedeutung für behördliche Verfahren und deren gerichtliche Überprüfung, insbesondere ihre Anforderungen im Bereich des Rechts auf inklusive Bildung nach Artikel 24 UN-Behindertenrechtskonvention. 11.08.2010
Eltern fordern Zugang zu Regelschulen für behinderte Kinder. 25.03.2011 epd
Positionspapier der Bertelsmann Stiftung zur Inklusion im Schulsystem
Studien
Prof. em. Dr. Klaus Klemm:
- (2009): Sonderweg Förderschulen: Hoher Einsatz, wenig Perspektiven
- (2010): Gemeinsam lernen – Inklusion leben. Download der Studie und der Ländersteckbriefe
- (2010): "Jugendliche ohne Hauptschulabschluss" mit einem Resümee zur Inklusionspolitik
Bericht der Bundesregierung über die Lage von Menschen mit Behinderungen (2009)
13. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung (2009) "Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen - Gesundheitsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe". Der Bericht zeigt die Entwicklung der Hilfe- und Versorgungssysteme für Kinder und Jugendliche auf und beschreibt die Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe mit dem Konzept der Inklusion.
"Bildung in Deutschland 2010. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Perspektiven des Bildungswesens im demografischen Wandel" Bericht der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (2010)
Dazu: Die soziale Seite der Bildung. Wie benachteiligte Kinder und Jugendliche in Deutschland gefördert werden – und welche Konzepte zukunftsfähig sind. Eine Analyse anlässlich der Prognosen im Nationalen Bildungsbericht 2010 des Deutschen Jugendinstituts e.V. Heft 2-2010. Mit einem Beitrag zum Thema Inklusion.






