Katholische Eltern legen bildungspolitisches Papier vor - Wir brauchen breite gesellschaftliche Diskussion über Bildung - Numerus Clausus abschaffen

Die Katholische Elternschaft Deutschlands (KED) hat mit ihrem heute in Berlin vorgestellten Bildungspapier erstmals einen grundsätzlichen Forderungskatalog an die Schulpolitik aller Bundesländer vorgelegt. Die KED zeichnet darin eine Vision von Schule, die unabhängig von der Schulform, Schülerinnen und Schüler kognitiv, emotional und spirituell fördert, Eltern einbindet und Lehrerinnen und Lehrer Freude an ihrem Beruf erleben lässt.  Grundlage für die Vorstellungen der KED von Schule ist das christliche Menschenbild, das von allen Handelnden erwartet, jedes Kind als ein von Gott geschaffenen Menschen zu sehen und mit all seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu sehen und zu fördern, egal ob groß oder klein, „normal“ oder „beeinträchtigt“.

Der Elternverband gliedert seine Forderungen dabei in fünf Kapitel. Zuerst definiert die KED die Ziele schulischer Bildung, in dem sie fragt „Wozu brauchen wir Schule überhaupt?“. Ihre Antworten lassen dabei aktuelle Themen wie die Digitalisierung nicht aus, beantworten die Frage jedoch grundsätzlich und fordern durchdachte pädagogische Konzepte vor Experimenten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für den Elternverband die Wertschätzung von jedweden Abschlüssen. „Nicht Abitur und akademische Abschlüsse machen den Menschen aus. Bäcker und Altenpfleger sind in unserer Gesellschaft ebenso unverzichtbare Berufe wie Rechtsanwalt und Arzt“, sagte die Vorsitzende der KED, Marie-Theres Kastner, bei der Vorstellung des Papieres in der Katholischen Akademie in Berlin.
Als reformbedürftig sieht die KED die Qualitätsmessung schulischer Leistungen an. Der Elternverband fordert die Schaffung einer bundesweit vergleichbaren Standards ebenso wie die Einführung von persönlichen Level-Prüfungen in den Kernfächern. Dies soll auch über die Schulformen hinweg zu größerer Klarheit und Transparenz beitragen. In diesem Zusammenhang fordern die Eltern die Abschaffung des Numerus Clausus (NC) als Grundlage bei der Studienplatzvergabe.

Es muss in den Zeugnissen unserer Kinder Aussagen über Lernverhalten, Lernentwicklungen und Einstellungen zum Lernen geben, damit die nachfolgenden Einrichtungen die Eignung der jungen Menschen für den erwählten Beruf oder Studiengang beurteilen können.
Ausführlich widmet sich das Forderungspapier auch der Dreiecksbeziehung von Lehrern, Schülern und Eltern. „Um schulische Ziele zu erreichen, kommt es besonders auf gegenseitiges Vertrauen, gegenseitige Wertschätzung sowie auf die Bereitschaft zur Zusammenarbeit an“, sagte der geistliche Begleiter der KED, Pater Klaus Mertes bei der Vorstellung. Kinder und Jugendliche bräuchten für eine gelingende Schulzeit eine angstfreie und motivierende Lernatmosphäre. Daran müssen Eltern und Lehrer mitwirken, zugleich aber ihre Rollen kennen. Das Elternhaus ist keine Ersatzschule, Lehrer werden jedoch durch die immer längere tägliche Verweildauer der Schüler auch als Erzieher auch in Alltagsfragen gefordert. „Die Veränderungen in der Ausübung des Lehrerberufs erfordern nicht nur eine Fortbildungsverpflichtung sondern vielmehr die Unterstützung der Lehrer durch Angebote der Supervision“, so die Verbandsvorsitzende.
In ihren abschließenden Forderungen nach weitreichenden strukturellen und inhaltlichen Maßnahmen für Schüler und Lehrer beschreibt die KED die notwendigen Schritte, um die Bildungssysteme der Länder auf die Zukunft vorzubereiten. Bildung ist gerade in unserem Land der Schlüssel zu einem gelingendem Leben.

Das Bildungspapier "Bildung für morgen – Grundsätze einer neuen Politik für unsere Kinder" steht hier zum Download bereit.