Mit einem Zukunftsprozess reagiert der Bundesverband der Katholischen Elternschaft Deutschlands (KED) auf herbe finanzielle Einschnitte, die er ab 2027 erwartet. Mit Menschen guten Willens aus Diözesan- und Landesverbänden tritt der Bundesvorstand im Januar 2026 in einen konstruktiven Austausch über verstärkte Vernetzung und Zusammenarbeit ein. Eine Einladung zum Auftakt des strukturierten Dialogs geht in Kürze heraus. "Ziel ist, den Verband als Ganzes zu stärken, denn die Zeiten werden überall herausfordernder", sagt Bundesvorsitzende Anne Embser.
Die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) hatte am Wochenende Kenntnis von einem Brief des Verbands Deutscher Diözesen (VDD) erhalten, der die KED im Sommer 2025 erreichte und in dem die vollständige Streichung der Regelförderung von bislang 100.000 Euro im Jahr für den Elternverband ab 2027 angekündigt wurde. Mit folgender Stellungnahme bestätigte und kommentierte die Bundesvorsitzende den Sachverhalt:
"Das Schreiben vom VDD ist auf den 28. Juli datiert. Konkrete Gründe, warum die KED ab 2027 auf Null gestellt werden soll, werden dort nicht aufgeführt. Das Schreiben bezieht sich ganz allgemein nur auf die Notwendigkeit, einen ausgeglichenen Haushaltsplan ab dem Haushaltsjahr 2027 zu erzielen. Genannt werden im Schreiben 'intensive Debatten', die in zuständigen Gremien geführt worden seien.
Wir stellen fest: In keiner Minute ist die Katholische Elternschaft Deutschlands angehört oder gar in die Suche nach Lösungen einbezogen worden. Der Verband hatte keine Gelegenheit, während der Entscheidungsfindung seine wichtige Rolle als Dachverband von Landes- und Diözesanverbänden und der Interessenvertretung für katholische Schulen und Elternvertretung auf der Bundesebene zu erläutern.
Derart vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, hat alle Aktiven auf Bundes-, Landes- und Diözesanebene schockiert und befremdet. Das hat zum einen fachliche Gründe, wie sie unser langjähriger geistlicher Beirat Pater Klaus Mertes in seinem Blogeintrag beschreibt. Wir schließen uns seinen Ausführungen vollumfänglich an. Zum anderen löst die Entscheidung der Bischöfe im Elternverband große Existenzängste aus.
In einer nur einjährigen Frist soll die KED nun ihre gesamte Grund- und Projektfinanzierung auf andere Füße stellen. Das ist eine völlig unrealistische Erwartung und überfordert die Ehrenamtlichen zutiefst. Das zeigen die letzten Monate, in denen eine Krisensitzung nach der nächsten das verbandliche Leben bestimmte. Das geht an die Substanz und wir finden: So geht man nicht mit Ehrenamtlichen um.
Das ist auch unsere zentrale Kritik am Denken und Duktus der Entscheidung der Bischöfe: Auch wenn Ehrenamtliche täglich zeigen, dass sie bereit sind, über Grenzen hinaus Zeit und Energie in ihr Engagement zu stecken, benötigen sie gleichwohl ein hauptberufliches Backoffice, das Büro- und Verwaltungstätigkeiten übernimmt. Auch die Organisation von großen Veranstaltungen lässt sich allein ehrenamtlich nicht stemmen.
Das stellt alles in Frage, wofür sich Aktive im Bundesverband mit viel Leidenschaft eingesetzt haben. Dass dies ohne Begründung und ganz offensichtlich ohne eine strukturelle Logik innerhalb der katholischen Verbändelandschaft erfolgt, verletzt und frustriert die Ehrenamtlichen. Es ist vor diesem Hintergrund mehr als erstaunlich, wie viel Kraft sie zurzeit noch aufbringen, um das Ende des Elternverbandes abzuwenden."

